Cappuccino richtig zubereiten – 5 typische Fehler bei der Vorbereitung
Kaffeewissen

Cappuccino richtig zubereiten – 5 typische Fehler bei der Vorbereitung

Von Cremoso Delicato 23 Jan 2026

Ein echter Cappuccino ist viel mehr als nur „Milchkaffee“. Er lebt vom perfekten Verhältnis zwischen Espresso, cremigem Milchschaum und Temperaturbalance. Schon bei der Vorbereitung kann vieles schiefgehen. Hier sind die 5 häufigsten Fehler – und wie du sie fachlich richtig vermeidest.

 

1. Falsche Espressobasis – kein Cappuccino ohne starken Kern

Fakten:

  • Ein klassischer Cappuccino besteht aus:

    • 25 ml Espresso (Single Shot) oder

    • 40–45 ml Ristretto/Doppio (für kräftigeren Geschmack)

  • Kaffeemehl: 18–20 g für einen Doppelshot

Fehler:

  • Verwässerter oder schwacher Espresso führt zu einem „Milchkaffee mit Schaum“, aber keinem Cappuccino

  • Zu große Tassen = zu viel Milch, Verhältnis kippt

Tipp: Verwende eine vorgewärmte 150–180 ml Cappuccinotasse. So bleibt der Schaum stabil und die Temperatur ideal.

 

2. Falsche Milch oder Temperatur – der Schaum fällt zusammen

Milchempfehlung:

  • Vollmilch (3,5–3,8 % Fett) – für cremigen, feinporigen Schaum

  • Auch Hafer-, Soja- oder Erbsendrinks gehen – aber nur baristataugliche Versionen!

Temperatur:

  • 65–68 °C ist ideal

  • Über 70 °C wird die Milch bitter oder flach

  • Unter 55 °C = flach und kalt

Fehler:

  • Milch zu heiß aufgeschäumt → Proteine zerstört, kein Mikro-Schaum

  • Zu kalte Milch → instabiler Schaum, flacher Geschmack

Tipp: Nutze ein Milchthermometer oder taste dich mit der Hand an die Temperatur (Metallkännchen sollte heiß, aber nicht unangenehm sein)

 

3. Falsche Schäumtechnik – keine „Mikroschaum“-Textur

Ziel: Cremiger, glänzender Mikroschaum – keine Seifenblasen!

Technik mit Dampfdüse:

  • Milch ins Kännchen füllen (bis unter den Ausguss)

  • Dampflanze knapp unter die Oberfläche

  • Erst „ziehen“ (Luft einziehen), dann „rollen“ (wirbeln lassen)

  • Nach ca. 5–8 Sekunden nur noch rollen, bis 65–68 °C erreicht sind

Fehler:

  • Keine Rollbewegung = grober Schaum

  • Zu lange „gezogen“ = Schaum wird zu fest und schichtet sich ab

Vergleich: Guter Milchschaum sollte aussehen wie nasse Farbe oder flüssige Seide.

 

4. Espresso und Milch nicht abgestimmt – keine Integration

Fehler:

  • Zu viel Schaum oben, Espresso bleibt unten

  • Milch wird zu fest, „setzt sich drauf“ statt sich zu verbinden

Tipp:

  • Nach dem Schäumen: Kännchen kurz klopfen und kreiseln, damit große Blasen verschwinden

  • Gieße langsam in die Mitte, dann leicht kippen für Latte-Art-Effekt

  • Keine Schaumlöffel verwenden – Cappuccino braucht integrierten Schaum, keine Haube

 

5. Tasse nicht vorgewärmt – Temperatur bricht sofort ein

Problem:

  • Kalte Tasse zieht Hitze sofort aus Espresso und Milch – der Cappuccino ist lauwarm

Lösung:

  • Vorher mit heißem Wasser ausspülen oder auf der Maschine vorwärmen

  • Auch Löffel vorwärmen, wenn du Latte Art machen willst (damit er keinen Schaum abzieht)

Zusammenfassung: So wird dein Cappuccino wie im Café

  • Espresso: 25–40 ml (frisch, kräftig)

  • Milch: Vollmilch, 65–68 °C, feinporig aufgeschäumt

  • Verhältnis: 1/3 Espresso, 1/3 heiße Milch, 1/3 Mikroschaum

  • Tasse: 150–180 ml, vorgewärmt

  • Gießtechnik: gleichmäßig, ruhig, ohne Trennen von Milch und Schaum